
LITERATUR:
Reisen in die Fantasie
Rei-sen in die Fan-tasie
Reisen bildet, sagt man. Und noch viel mehr bilden Reisen in die menschliche Kreativität, in unsere Erinnerungen, in die Erfindungen von Welten in Literatur, Kunst und Kultur. Manche mögen denken: Das ist ja nur Fiktion, statt die Erfassung der Wirklichkeit. Was aber ist denn Fiktion anderes, als die Zusammensetzung von realen Bausteinen zu einem neuen Weltmodell, einer neuen welterklärenden Erzählung? Und ist das überhaupt verschieden von unserer Erinnerung, die ja keineswegs ein Speicher von konstanten realen Elementen, sondern die immer neue Zusammensetzung von Versatzstücken unserer Erlebnisse ist - und je nach Perspektive grundverschieden? Was aber ist dann Realismus in Kunst, Kultur und Literatur?
In einer Zeit, in der wir Menschen die Welt neu entdecken, braucht es Autoren und Denker, die diese Welt erzählen. Shakespeare war so ein großer Erzähler, der den um 1580 Erwachsenen zwischen 30 und 50 eine Reiseerzählung gab, die ihnen dabei half, sich in ihrem Universum zurechtzufinden: "Sie mussten sich mit einer Welt auseinandersetzen, die sich von der ihrer Eltern grundlegend unterschied, mit einer Welt, die kurz zuvor erst sehr viel größer geworden war, der aber viele ihrer wesentlichsten Gewissheiten zerbrochen war", schreibt der Historiker Neil MacGregor in "Shakespeares ruhelose Welt", (S. 16). Das ist die Welt, die Shakespeare im neuen öffentlichen Raum für Reisen in die Fanatasie, dem Globe Theatre, in universale Rollenspiele auflöste, in die wir heute noch eintauchen können.
Solchen realistischen Fiktionen spüre ich in dieser Rubrik nach. Z. B.:
- In Steffen Schroeders Roman: Planck - oder wie das Licht seine Helligkeit verlor.internal://193cdc59-b543-462b-8123-88a64051238d In einer Geschichte von Vätern und Söhnen und ihren Versuchen, ein richtiges Leben im falschen zu führen: Vor allem von Max Planck, dem Erfinder der Quantenphysik, Nobelpreisträger und Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft der Wissenschaften, und seinem Sohn Edwin, der wegen seines Widerstands gegen das NS-Regime 1945 hingerichtet wurde.
Demnächst:
- In Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften und einer Unio Mystica zwischen den Geschwistern Anna und Ulrich.
- In Romanen des Fremdseins in der Heimat: von Albert Camus' "Der erste Mensch", Leila Slimanis Trilogie "Das Land der Anderen" und Iris Wolffs "Lichtungen"


Gezielte Reisen in die Fantasie
Literatur, Kunst, Kultur
Meine Top 20 Klassikliteratur
- Honoré de Balzac: Die menschliche Kommödie
- Giovanni Boccaccio: Das Dekameron
- Georg Büchner: Woyzeck
- Albert Camus: Der erste Mensch
- Charles Dickens: Große Erwartungen
- Fjodor M. Dostojewskij: Verbrechen und Strafe
- Wolfram von Eschenbach: Parzival
- Christoffel von Grimmels-hausen: Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch
- Homer: Ilias und Odyssee
- Friedrich Hölderlin: Hyperion
- Gottfried Keller: Die Leute von Seldwyla
- Uwe Johnson: Jahrestage
- Nagib Machfus: Die Kinder unseres Viertels.
- Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften
- Wilhelm Raabe: Stopfkuchen - eine See- & Mordgeschichte
- Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit.
- Friedrich Schiller: Die Dramen
- William Shakespeare: Die Dramen
- Jonathan Swift: Gullivers Reisen
- Leo N. Tolstoi: Anna Karenina
- François Villon: Das Vermächtnis
Meine Top 20 Gegenwartslite-ratur
- Dschingis Aitmatow: der Junge und das Meer
- Ewald Arenz: Zwei Leben
- Paul Auster: 4,3,2,1
- Sebastian Barry: Ein verborgenes Leben
- Ken Follett: Stonehenge
- David Guterson: Schnee der auf Zedern fällt
- Dörte Hansen: Zur See
- Gerd Hofmann: Auf dem Turm
- Yasar Kemal: Memed mein Falke
- Tanja Kinkel: Im Wind der Freiheit
- August Kühn: Die Vorstadt
- Hilary Mantel: Brüder
- Pascal Mercier: Der Nachtzug nach Lissabon
- Richard Powers: Der Klang der Stille
- Robert Seethaler: Ein ganzes Leben
- Leïla Slimani: Das Land der Anderen (Trilogie)
- William Smith: Augustus.
- Robert Schneider: Schlafes Bruder
- Steffen Schroeder:: Planck - oder wie das Licht seine Helligkeit verlor
- Iris Wolf: Lichtungen
Meine Top 15 Kunstwerke
- Die Tempelanlage von Abu Simbel und Karnak
- Louise Bourgeois: Cells & Maman (Spinne)
- Paul Cezanne: Montagne de Sainte-Victoire
- Le Corbusier: Pilgerkirche Ronchamps
- Camille Claudel: Das reife Alter
- Leonardo da Vinci: Das letzte Abendmahl
- Max Liebermann: Samson und Delila
- Michelangelo Buanarotti: Die Erschaffung Adams
- Dennis Oppenheim: Jump and Twist
- Rembrandt: Selbstbildnis vor Staffelei
- Raffael: Die Schule von Athen
- Auguste Rodin: Die Bürger von Calais
- Giovanni Segantini: Das Alpentriptychon (La vita, La Natura, La Morte)
- Hans Thoma: Die Mutter
- Vincent van Gogh: Selbstportrait mit grauem Fellhut


