Philosophie, Glücks-Ethik, Ontologie, Wirtschaftsphilosophie

Wir Menschen  - zwischen Himmel & Erde 

Gleich-gewicht
finden 

Wir leben in einer Umbruchzeit: Die digitale Transformation verändert unser Denken, unser Arbeiten, Leben und Zusammenleben fundamental und fordert unsere emotionale und soziale Intelligenz heraus. Der Klimawandel zwingt uns zur nachhaltigen Organisation unserer Wirtschaft und Gesellschaft und einer neuen zeitgestaltenden Intelligenz. Aus alten Konflikten wieder entstandene Kriege verlangen eine  wehrhafte Streit-Intelligenz im Wettbewerb der Systeme des Westens, Ostens und globalen Südens. 

Diese Transformation können wir bewältigen, wenn wir uns als veränderungswillige Menschen trainieren, indem wir uns in ein neues Gleichgewicht bringen. Dazu müssen wir uns aufrichten und durch die sich überschlagende Welle hindurch ins Freie surfen. Das ist uns Menschen schon viele Male gelungen. Z. B. Blaise Pascal (links) mit seinem Konzept mehrdimensionaler Menschen in der Balance der Logiken des Erfolgs, der Wahrheit und der Lieb.  Und René Descartes mit seinem Bild des Menschen, der  auf  der Treppe der Emotionen konsequent Kurs nach oben ins Positive hält.  

Wie also finden wir Menschen zwischen Himmel und Erde  in Umbruchzeiten unser neues Gleichgewicht zwischen Freiheit, Gleichheit und Glück? Indem wir das Erbe philosophischer Gleichgewichts-Denker aktivieren und für unsere Zeit anpassen!

René Descartes - Kopie nach Bild von Frans Hals

Gleichgewicht finden in Umbruchzeiten

Zehn  Denker des Gleichgewichts

Über die Glücks-Gleichgewichte der Menschen  streiten im Buch "Gleichgewicht finden in Umbruchzeiten" zehn Philosophen in fünf fiktionalen, aber wahrscheinlichen Dialogen über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahrtausenden. Mit dem wechselnden Blickwinkel aus Philosophie und Wirtschaft spannt das Buch den Bogen vom Hellenismus über die Christianisierung, die industriellen Revolutionen bis zur Sozialen Marktwirtschaft und bietet dem Leser das geistige Erbe des Gleichgewichtsdenken für den Umgang mit der digitalen Transformation an. 

Besonders herausgefordert zur Konkurrenz und Kooperation sind wir aktuell von der Künstlichen Intelligenz. Platon und Aristoteles, Ambrosius und Augustinus, Descartes und Pascal, Hume und Rousseau, Heidegger und Eucken liefern immer noch aktuelle, elementare Bausteine der menschlichen Intelligenz. Sie ist eine emotionale, vernünftige, vor allem aber eine soziale Intelligenz. Wenn wir uns dieses geistige Erbe persönlich aneignen, wird es uns einmal mehr gelingen, unsere soziale Intelligenz zu erweitern, indem wir auch die künstliche Intelligenz mit ihrer Logik des Nächstwahrscheinlichen steuern und integrieren. 

Das menschliche Trilemma und die Denker des Gleichgewichts

Was ist ein gutes menschliches Leben? Das war die Ausgangsfrage dieses Buches. Die erste Antwort lautete: Gutes Leben kann nicht direkt und singulär bestimmt werden, weil es Teil eines Trilemmas ist. Zu einem guten Leben gehören mindestens Freiheit, Gleichheit und eine Bestimmung des Glücks, die berücksichtigt, dass es immer auch ein Geschenk des Schicksals ist. 

Was ist ein Trilemma? Ein Trilemma ist eine Wahl aus drei angestrebten Optionen, zwischen denen Zielkonflikte  bestehen und die deshalb nicht aufeinander rückführbar oder durch einander ersetzbar sind. Je mehr man sich einer der drei Optionen nähert, desto weiter entfernt man sich von einer oder den beiden anderen Optionen. Deshalb gelingt es häufig nur maximal zwei der drei Optionen gleichzeitig anzusteuern. Der härtestes Zielkonflikt ist fast immer das Dilemma zwischen Freiheit und Gleichheit. Das Streben nach Glück kann also nur als Suche nach einem Gleichgewicht aller drei Optionen, einem bestimmten Mischungsverhältnis von mehr oder weniger, gelingen.

In den fünf Streitgesprächen in Athen, Mailand, Paris, London und Freiburg machen sich alle zehn Philosophen auf den ebenso spannenden wie mühsamen Weg, ein Gleichgewicht zwischen diesen Zielen herzustellen. Dieses Gleichgewicht ist die Voraussetzung, dass wir alle Potenziale ausschöpfen und als mehrdimensionale Menschen leben können. Diese entscheiden sich klar gegen den intuitiv einfacher erscheinenden Weg des Maximums, sich auf ein einziges Ziel vollständig zu fokussieren, sich dadurch aber auf nur eine menschliche Dimension zu verengen und deshalb gar nicht zu einem stabilen Glück gelangen zu können.

Damit fällen sie vorab zwei Grundentscheidungen: 

  • Zum einen wählen sie als Lösungsansatz die ausgleichende Kooperation in ihren sozialen Beziehungen, statt die bedingungslose Konfrontation  um Überlegenheit und Herrschaft. 
  • Zum anderen legen sie sich fest auf ein anderes Niveau des Denkens, das Dichotomien auflöst, sie gerade nicht als Entweder-Oder verfestigt, sondern als ein Spektrum zwischen extremen Interessengegensätzen behandelt, die man aushalten muss. In dieser Bandbreite kann und muss  man sich positionieren und sein persönloiches Gleichgewicht justieren.

Kurzum: Diese Denker des Gleichgewichts waren entschlossen, eine Balance zu konstruieren und zu trainieren - nicht selten eine Mitte zwischen den Extremen, manchmal auch eine völlig neue Sichtweise mit einem überraschenden Ausweg.

Das Glücksgleichgewicht

Im Trilemma nicht aufeinander rückführbarer menschlicher Bestrebungen ist Glück neben Freiheit und Gleichheit - zumindest im okzidentalen Denken - unverzichtbar, und über zwei Jahrtausende als Eudaimonia, die Lehre vom guten Leben, sogar zentral. Leider kappte die Aufklärung diese Tradition, die aber schon in der Existenzphilosophie eine Gegenbewegung auslöste und gegenwärtig wieder z. B. im Capacity-Approach von Martha C. Nussbaum und Amrtya Sen ein Revival erfährt.

Wenn man zwischen dem jeweiligen Maximum an Freiheit und Gleichheit eine Balance sucht - z. B. als gleiche Freiheit für alle, dann kann man z. B. wie John Rawls in „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ das Freiheitsprinzip als Priorität und unverhandelbar, das Gleichheitsprinzip aber als verhandelbar relativ zum Glück positionieren - mit einer „Mitte“, die näher im Feld der Freiheit liegt. 

Wenn man zwischen dem Maximum an Gleichheit und Glück ein Gleichgewicht sucht, dann kann man eine Mitte im Differenzprinzip, also einen fairen Unterschied, eine faire Ungleichbehandlung von Menschen für zulässig halten - wie wiederum Rawls. Und zwar dann und nur dann, wenn eine Privilegierung dazu führt, dass sie den Schwächeren einer Gesellschaft nützt.

Im dritten Spektrum zwischen dem Maximum an Glück und dem Maximum an Freiheit liegt das Gleichgewicht tatsächlich in der Mitte, da die Selbstbestimmung des Glücks entscheidend ist für die Sicherheit in den sozialen Beziehungen. Diese Sicherheit, die ja von uns Einschränkungen unserer individuellen Freiheit verlangt, muss deshalb  institutionell stabilisiert werden. 

Welche Glücks-Gleichgewichte aus unserem geistigen Erbe der fünf Streitgespräche über Wege zum Glück helfen uns heute weiter? 

  • Dazu erfahren Sie mehr in den fünf Streitgesprächen dieses Buches. 
  • Diesen ist jeweils eine historische und philosophiegeschichtliche Hinführung und Einordnung vorangestellt. 
  • Die Fragen im nachgestellten Selbstcheck sollen Ihnen helfen, nach der Vertiefung den persönlichen Bezug herzustellen. 
  • Der abschließende Essay stellt einen zweifellos noch sehr unzulänglichen Versuch dar, das entstehende Bild des transformationalen Menschen zu skizzieren: seine Intelligenz der Mehrdimensionalität, seine Intelligenz der Zeitgestaltung, seine soziale Intelligenz und seine Resilienz. 

 

Und hier geht's zur Buchbestellung:

Gleichgewicht finden in Umbruchzeiten - 978-3-495-99349-1 | Nomos

 

 

Stand: 24.4.2026
 

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